Risikoregister · Eintrag
Q1 · VorhersehbarToyota-Rückruf wegen unbeabsichtigter Beschleunigung
Toyota prahlte intern damit, durch das Herunterhandeln des Rückrufs 100 Mio. $ gespart zu haben. Es kostete den Konzern 1,2 Mrd. $.
Dokumentierte, vorhersehbare Risiken, die trotzdem ignoriert wurden. Es fehlt an Aufmerksamkeit, nicht an Information.
Warum dieser Quadrant
Die Information war nicht bloß verfügbar, sie war intern und wurde als Erfolg behandelt. Eine Präsentation vom Juli 2009 für das Washingtoner Büro von Toyota führte unter „Wins for Toyota - Safety Group“ auf, man habe für den Camry und den ES einen Rückruf von Ausstattungsteilen ausgehandelt und dabei „saved $100M+, w/ no defect found“, daneben 124 Millionen Dollar Ersparnis bei der Regelsetzung zu Seitenairbags. Die Gefahr war bekannt und die Abhilfe war bepreist. Entschieden wurde, die engere zu kaufen. Die Strafe von 1,2 Milliarden Dollar knüpfte an die Verschleierung an, nicht an den Mangel.
Die Aktenlage
- Eine interne Toyota-Präsentation vom Juli 2009 führte unter „Wins for Toyota - Safety Group“ auf: „negotiated ‚equipment‘ recall on Camry/ES re SA; saved $100M+, w/ no defect found“, womit der Rückruf von 55.000 Fußmatten im September 2007 gemeint war.gesichert
- Dieselbe Präsentation führte an, eine schrittweise Einführung neuer Sicherheitsvorschriften für Seitenairbags habe Toyota 124 Mio. $ erspart und die Verzögerung einer strengeren Türschlossregel 11 Mio. $.gesichert
- Im März 2014 verhängte das DOJ im Rahmen einer Vereinbarung über den Aufschub der Strafverfolgung eine Geldstrafe von 1,2 Mrd. $ wegen Überweisungsbetrugs, die höchste Strafe dieser Art, die je gegen ein Automobilunternehmen verhängt wurde; Toyota räumte ein, Verbraucher und die NHTSA über das Verklemmen von Fußmatten und das „sticky pedal“ in die Irre geführt zu haben.gesichert
- Toyota rief weltweit rund 9 Millionen Fahrzeuge wegen unbeabsichtigter Beschleunigung zurück: etwa 5,2 Millionen wegen des Verklemmens von Fußmatten und etwa 2,3 Millionen wegen der Gaspedale, wobei rund 1,7 Millionen von beidem betroffen waren.hoch
- Stand Januar 2010 wurden in Beschwerden bei der NHTSA 21 Todesfälle mit dem Mangel in Verbindung gebracht; nach der Rückrufankündigung vom 28. Januar 2010 stieg die Zahl der behaupteten Todesfälle auf 37.mittel
Quellen
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