Risikoregister · Eintrag
Q-F · BetrugPanama Papers / Mossack Fonseca
11,5 Millionen Dateien aus einer einzigen Kanzlei. Jede Briefkastenfirma hatte einen realen Eigentümer, den zu verbergen sie gebaut worden war.
Der fünfte Quadrant, in dem die Sache nie echt war. Das Anzeichen ist, dass die Geschichte zu sauber ist.
Warum dieser Quadrant
Die Panama Papers stehen in Q-F als Offenlegungsereignis, das eine Verschleierungsindustrie sichtbar machte: 11,5 Millionen interne Dateien einer einzigen Kanzlei zeigten, dass die wirtschaftliche Eigentümerschaft an 214.488 Offshore-Gesellschaften so konstruiert worden war, dass sie nicht auffindbar war, sodass die saubere rechtliche Oberfläche jedes Vehikels das eigentlich verkaufte Produkt war. Das Q-F-Merkmal ist strukturell und nicht transaktional: In freizügigen Jurisdiktionen gegründete Gesellschaften mit Treuhanddirektoren und Inhaberkonstruktionen erzählten eine Geschichte gewöhnlicher Unternehmensverwaltung, die einem Blick dahinter nicht standhalten sollte. Die Einordnung im Register stützt sich darauf, dass die Undurchsichtigkeit selbst die Leistung war, nicht auf die Behauptung, jede einzelne dieser Gesellschaften sei rechtswidrig gewesen.
Die Aktenlage
- Das Leak umfasste 11,5 Millionen interne Dateien mit insgesamt 2,6 Terabyte aus der in Panama ansässigen Kanzlei Mossack Fonseca, damals dem weltweit viertgrößten Anbieter von Offshore-Gründungen.gesichert
- Die Unterlagen decken fast 40 Jahre ab, von 1977 bis Ende 2015, und enthalten Informationen zu 214.488 Offshore-Gesellschaften (vom ICIJ an anderer Stelle als mehr als 210.000 Firmen in 21 Offshore-Jurisdiktionen angegeben), die mit Personen in mehr als 200 Ländern und Territorien verbunden sind.gesichert
- Die Dateien gelangten an die deutsche Zeitung Sueddeutsche Zeitung und wurden mit dem ICIJ geteilt; mehr als 370 Journalistinnen und Journalisten aus über 100 Medienorganisationen arbeiteten rund 12 Monate lang an den Daten, bevor am 3. April 2016 gleichzeitig veröffentlicht wurde.gesichert
- Die Analyse des ICIJ identifizierte mehr als 140 Politiker und Amtsträger, darunter amtierende und ehemalige Staatsoberhäupter, unter den Personen mit Verbindungen zu den Offshore-Gesellschaften.hoch
Quellen
Der Newsletter
Jede Woche eine Risikogeschichte, auseinandergenommen wie diese: was bekannt war, was ignoriert wurde, und in welchem Quadranten sie wirklich lag.
Kein Spam, eine E-Mail pro Woche.