Risikoregister · Eintrag
Q-F · BetrugBarings Bank
233 Jahre alt, ein einziger Rogue Trader in Singapur, verkauft für ein Pfund.
Der fünfte Quadrant, in dem die Sache nie echt war. Das Anzeichen ist, dass die Geschichte zu sauber ist.
Warum dieser Quadrant
Der ursprüngliche Akt gehört in Q-F, weil es eine einfache, bewusst verborgene Auszahlung ist: ein Mann, der Verluste auf einem Konto versteckt und über deren Herkunft lügt. Am Ende liest es sich wie eine Q4-Geschichte, denn sobald die Positionsgröße das Eigenkapital der Bank überstieg, ging es nicht mehr um Täuschung, sondern um ein unbegrenztes Fat-Tail-Risiko, das keine Kontrolle und kein Modell im Haus je hätte entdecken können. Das ist ein Modellversagen, nicht nur ein Betrug.
Die Aktenlage
- Die verborgenen Handelsverluste erreichten bis zum 27. Februar 1995 insgesamt 827 Mio. £gesichert
- Nach Glattstellung aller Positionen stiegen die Verluste auf 927 Mio. £gesichert
- Barings wurde für symbolische 1 £ an ING verkauft, das sämtliche Verbindlichkeiten übernahmgesichert
- Barings wurde 1762 von Francis und John Baring gegründet und war damit 1995 233 Jahre altgesichert
- Das Große-Hanshin-Erdbeben (Kobe) vom 17. Januar 1995 löste den Einbruch des Nikkei 225 aus, der Leesons Positionen offenlegtegesichert
- Die Verluste wurden auf dem Fehlerkonto mit der Nummer 88888 verstecktgesichert
- Barings wurde am 26. Februar 1995 für zahlungsunfähig erklärtgesichert
- Das genaue Datum des formellen Abschlusses der Übernahme durch ING ist unklar (26. Februar oder 6. März 1995, je nach Quelle)unsicher
- Bis Dezember 1994 beliefen sich die tatsächlichen Verluste auf rund 200 Mio. £, während die vorläufigen Abschlüsse einen Gewinn von 102 Mio. £ auswiesenwahrscheinlich
- Nick Leeson wurde zu sechseinhalb Jahren verurteilt, saß im Changi-Gefängnis und wurde 1999 wegen guter Führung nach etwa vier Jahren und vier Monaten entlassengesichert
- Der Untersuchungsbericht des Board of Banking Supervision wurde am 18. Juli 1995 veröffentlichtgesichert
Quellen
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